Rezension zu „Selection“ von Kiera Cass

Sonntag ist Rezi-Zeit! Hier meine Rezension zum Band 1 der Beststeller-Serie von Kiera Cass.

„Prinzessinnen der Königsfamilie sollten in arrangierten Ehen mit anderen Königshäusern untergebracht werden, um die politischen Beziehungen mit diesen Ländern zu festigen. […] Prinzen dagegen verheiratete man mit Frauen aus dem Volk, um die Moral unserer bisweilen instabilen Nation aufrechtzuerhalten. […] Beide Varianten der Verheiratungspraxis gefielen mir gar nicht. Und bei der Vorstellung, vor den Augen des gesamten Volkes an einem Castingwettbewerb teilzunehmen, bei dem dieser aufgeblasene Angeber sich das attraktivste und oberflächlichste Mädchen aussuchen durfte, […] hätte ich schreien können. Etwas Demütigenderes gab es wohl kaum.“ (S. 12 aus ‚Selection‘ von Kiera Cass).
35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten. Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt? Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?
In dem ersten Band der Reihe „Selection“ von Kiera Cass wird man mitgenommen auf eine Reise in den Staat Illeá. Der Staat ist in unterschiedliche Kaste eingeteilt und gibt den Beruf vor, in den man sozusagen hineingeboren wird. America Singer ist eine Fünf und dementsprechend Musikerin und Künstlerin. Sie trifft sich heimlich mit Aspen, einer Sechs. Aufgrund dessen, das er einer schlechter gestellten Kaste angehört, dürfen die beiden sich per Gesetz eigentlich nicht lieben. America geht für ihre große Liebe jedoch jedes Risiko ein und ist sehr glücklich damit. Bis Aspen ihr eines Abends mitteilt, er könne nicht mehr mit ihr zusammen sein. Zu dieser Zeit steht in Illeá ein großer Castingwettbewerb an, zu dem alle jungen Mädchen per Brief angeschrieben werden und sich bewerben können. Aus den Bewerbungen werden 35 Mädchen ausgewählt. Ihnen wird die Ehre zuteil, den Prinzen kennen zu lernen und – sofern sie das Casting für sich entscheiden – dessen Frau zu werden. Weil ihre Mutter darauf besteht, dass America sich bewirbt, willigt sie ein. Nicht zuletzt auch, weil Aspen sie darum gebeten hat. Und weil sie sowieso niemals damit gerechnet hat, tatsächlich für das Casting ausgewählt zu werden. Und so nimmt das Spiel seinen Lauf…
Kiera Cass erzeugt eine Welt, in die man gerne eintaucht. Sie verzaubert die Sinne und nimmt uns mit auf eine märchenhafte Reise. Die Bedingungen, die der Staat festlegt und die Einteilung der Welt in Kasten erinnerte mich anfänglich ein wenig an die Tribute von Panem. Mit dem Hauptthema scheiden sich die Geister dann natürlich. Auch die Frage wie man jemanden lieben lernen kann, den man anfänglich teilen muss, und auch erst einmal gar nicht kennt, wird sehr reell aufgegriffen. Nicht nur aus der Sicht der Mädchen, sondern auch aus der Sicht des Prinzen. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, zu differenzieren, welches Mädchen an ihm als Mensch interessiert ist und welches nur in der Gesellschaft aufsteigen und damit die gesamte Familie aus der Armut holen will. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und bin gespannt wie es weiter geht. Ein wenig Klischee ist sicher dabei, dennoch reagiert America sehr oft anders, als ich es erwartet hätte. Das macht es dann doch wieder sehr spannend. Die Sprache ist leicht und flüssig und die Gedankengänge nachvollziehbar dargestellt. Kiera Cass beschreibt sehr akribisch die Räumlichkeiten innerhalb der Szenen, man kann sich alles detailliert ausmalen.
Dieses Buch ist für all diejenigen, die romantisch veranlagt sind und an einem kalten Wintertag gerne mit Schokoladeneis oder Kakao und Keksen eine herzerwärmende schöne Liebesgeschichte mit etwas Gefühlschaos und allem was dazu gehört genießen.

Also Mädels, weiten Pulli anziehen, dicke Socken und ab aufs Sofa mit Kiera Cass ein bisschen träumen… 🙂

Leseeindruck zu „Sterbegeld“ von Judith Winter

Hallo ihr Lieben,

letzte Woche habe ich bei vorablesen.de mal wieder einen Leseeindruck verfasst. Jede Woche kann man dort einen solchen Leseeindruck zu Büchern verfassen und hat so die Chance, eines von 100 Vorab-Exemplaren zu gewinnen und das begehrte Buch noch vor dem Erscheinungsdatum lesen zu dürfen. Immer Dienstags wird dann ausgelost, weshalb dieser Wochentag unter Vorablesern als berühmt berüchtigter „Hibbel-Dienstag“ bezeichnet wird.

Diesmal habe ich mich – für mich völlig untypisch – um einen Kriminalroman beworben. Das ist normalerweise überhaupt gar nicht meine Richtung, aber nach der Leseprobe war ich so neugierig, dass ich den Sprung einfach gewagt habe. Und siehe da – mein Beitrag wurde tatsächlich aus über 300 Leseeindrücken ausgewählt und ich darf mich nun auf meinen ersten Kriminalroman freuen!

Die Rezension werde ich natürlich wieder hier veröffentlichen. Bis dahin dürft ihr euch gerne mit meinem Leseeindruck vergnügen. 🙂

Und los geht’s…

Am 10. November 2014 geht um 19.46 Uhr in der Polizeieinsatzzentrale in Frankfurt am Main der Anruf eines sechsjährigen Jungen ein, der voller Angst und Panik versucht, seine Mutter und sich selbst zu retten und Hilfe zu holen. Zu diesem Zeitpunkt sind sein Vater und seine kleine Schwester bereits tot. In das Haus der Familie ist ein Mörder eingebrochen, der skrupellos und völlig kaltblütig eine ganze Familie auslöscht. Denn als die Polizei am Tatort eintrifft, ist es auch für den kleinen Leon und seine Mama zu spät.
Acht Monate später wird ein Kollege der Ermittlerinnen Emilia Capelli und Mai Zhou, Thorsten Mohr, bei einer Razzia umgebracht. Kurz zuvor hatte er seine Schutzweste abgelegt. Niemand weiß warum. Gibt es Verräter in den eigenen Reihen?
Zur selben Zeit wird der Fall der ermordeten Familie wieder aufgerollt. Möglicherweise wurde damals der falsche Täter gefasst. Stehen die beiden Fälle eventuell im Zusammenhang? Und wenn ja, wie?
Die Leseprobe fängt bereits sehr schockierend an. Man wird direkt in die Situation mitgenommen, in der der Mörder ein Blutbad im Hause der vierköpfigen Familie anrichtet. Die Angst, die das Opfer gespürt hat, überträgt sich beim Lesen förmlich. Als die Kommissare der Polizei am Tatort eintreffen, herrscht völliger Nervenkitzel. Zu erleben, wie die beiden Beamten mit dieser Situation umgehen, wie sie denken und fühlen, das auch sie Angst haben das Haus zu betreten, verleiht der Geschichte einen interessanten Perspektivenwechsel. Dies geschieht auch in der Situation, als der Anwalt seinen neuen Mandanten, den vermutlichen Mörder, im Gefängnis besucht und sich als Pflichtverteidiger vorstellt. Man bekommt einen Eindruck, wie sich der Anwalt fühlt und was er wirklich denkt. Dieser Blick hinter die einzelnen Fassaden der Menschen, die eigentlich immer stark sein müssen, distanziert um ihren Job machen zu können, nüchtern und objektiv handeln sollen, um einen solchen Fall klären zu können, aber das Mensch-sein nicht verlieren dürfen, das fasziniert und fesselt mich zugleich. Die andere Seite: Wie kann ein Mensch einem anderen Menschen solche Grausamkeiten zufügen? Welche Motive verleiten jemanden zu solch unmenschlichen Taten? Warum? Hat so jemand keine Gefühle, kein Gewissen? Welche Gedanken schießen einem da durch den Kopf, um völlig abgedreht zu handeln und Kinder in den Tod zu reißen? Eine Familie auszurotten?
Auch das Cover wirft eine Flut an Fragen bei mir auf. Es wirkt sehr düster und dennoch schlicht. Der Käfer, ich vermute es ist ein Hirschkäfer, mit seinem roten Panzer und Blutspuren auf einem trockenen Erdboden voller Geäst, hat etwas unbehagliches. Die großen Scheeren vorne in Form eines Geweihs vermitteln einen angsteinflößenden und andwidernden Eindruck. Wie der Titel „Sterbegeld“ dazu passt, bleibt etwas offen und kann in mehrere Richtungen gehen.
Normalerweise sind Krimis so überhaupt gar nicht mein Genre, doch dieses Buch scheint ein Geheimnis in sich zu tragen, was mich neugierig macht, an dem ich nicht vorbei komme. Warum genau das so ist kann ich schwer erklären. Vielleicht sind es die verschiedenen Perspektiven, die mich so kriegen, weil ich sie gerne verstehen und nachvollziehen möchte oder einfach nur die Denkweise dahinter, warum Menschen fähig sind, anderen etwas so Schreckliches anzutun.
Durch diese Leseprobe würde ich mich zum ersten Mal zu einem Kriminalroman hinreißen lassen und gebannt das Auflösen der beiden Fälle mitverfolgen.

Next Stop…

… Frankfurt Fair. Ääähhh nee! In der Bahn hängen geblieben. Falsches Drehbuch…

Iiiich hab mir heute mal meinen SUB (Stapel ungelesener Bücher) zu Gemüte geführt – keine Angst, die Bücher, die ihr auf dem Bild seht, stellen nur einen minimalen Teil meines SUB dar. 😉 Diese hier sind dieses Mal in die engere Auswahl gekommen, als es um den nächsten Zwischenstopp auf meiner Lesereise ging. Es ist mir sehr schwer gefallen mich für mein nächstes Buch zu entscheiden, gerade wenn man bedenkt, dass Anna Todds erster Band ihrer After-Reihe darunter ist, mit dem ich schon seit Wochen liebäugele. Das Rennen hat schlussendlich dann abeeeer *trommelwirbel* …. der erste Band „Selection“ von Kiera Cass gemacht! Annas Schmöcker ist mir aktuell dann doch ein klitzekleines bisschen zu fett 😅🙈 Warum ausgerechnet „Selection“? Keine Ahnung warum… war so ein Gefühl. Die Geschichte hat mich gekriegt und ich will herausfinden, ob ich mir zu Weihnachten die folgenden Teile 2-4 wünschen sollte oder eher nicht.

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Und so gaaaanz nebenbei bemerkt: mit meinen tollen neuen Lesezeichen kann überhaupt gar nichts schief gehen, egal für welches Buch man sich entscheidet.

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I’m soooooo in love with ‚em!!! ❤ Entdeckt bei Thalia für unschlagbare 2,95€. 🙂

Genug gequatscht, ich verzieh mich mit meinem neuen book of love ins Bettchen. Habt einen lesereichen Abend, ihr Lieben.

Hinweis zum Leserpreis 2015

Der Leserpreis 2015 ist der größte von Lesern vergebene Buchpreis im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr wird er bereits zum siebten Mal vergeben.

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Hierbei geht es nicht um Bestsellerlisten oder gute Kritiken, die ein Buch etwa durch eine Fachjury bekommt. Alleine wir Leser bestimmen hier, welche Bücher uns in diesem Jahr in ihren Bann gezogen haben und wirklich lesenswert sind.

Bis zum 12. November können in den folgenden Kategorien bis zu drei Bücher nominiert werden:

Zur Auswahl stehen alle Bücher, die im Zeitraum vom 1.11.2014 bis 31.10.2015 erstmalig veröffentlicht wurden. Jeder Titel kann nur in einer der Hauptkategorien nominiert werden sowie zusätzlich in mehreren Sonderkategorien.

JEDE NOMINIERUNG ZÄHLT!

Aus allen Nominierungen wird eine Liste mit den am häufigsten nominierten Büchern erstellt. Pro Kategorie kommen 25 Bücher auf die Liste. Ab dem 16. November startet dann die Abstimmung, bis zum 24. November könnt ihr darüber abstimmen, welche Bücher den Leserpreis erhalten. Auch hier habt ihr für jede Kategorie wieder 3 Stimmen.

Die Gewinner werden am 26. November bekannt gegeben.

STIMMT JETZT FÜR EURE LIEBSTEN BÜCHER AB!

Viel Spaß 🙂

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Rezension zu „Das fremde Meer“ von Katharina Hartwell

„Das Leben ist ein raues, ein stürmisches, ein gefährliches, ein unendlich weites, ein wildes, viele Geheimnisse und viele Gefahren und viele Riffe beherbergendes Meer. Und es gibt nicht viele milde Tage, und es gibt so viele Möglichkeiten, Schiffbruch zu erleiden. […] Und es ist eine Kunst, eine Herausforderung, eine unbedingte Notwendigkeit, jeden Tag und immer wieder aufs Neue nicht unterzugehen,“ (S. 556, Katharina Hartwell – Das fremde Meer).

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In ihrem Roman ‚Das fremde Meer‘ erzählt Katharina Hartwell die Geschichte zweier Menschen, die das Leben zusammengeführt hat. Zehn Kapitel, eine Liebe.

Jan stolpert regelrecht in Maries Leben. Bevor Marie Jan kennen lernt, glaubt sie, dass sie niemand retten kann. Die Außenseiterin, eher ruhig und zurückhaltend, ängstlich und verzweifelt, wer sollte sie schon retten wollen? Sie glaubt, dass Katastrophen immer nur die treffen, die nicht auf sie vorbereitet sind. Darum rechnet sie stets mit dem Schlimmsten. Jan scheint so völlig anders zu sein als sie. Von ihm fühlt sie sich gefunden, mit ihm teilt sie Geheimnisse, stille Stunden und wache Nächte. Natürlich vertraut sie nicht darauf, dass alles bleibt wie es ist, denn sie weiß: »man kann alles trennen, teilen und spalten, sogar ein Atom«.

Kein Buch, was ich bisher gelesen habe, war so facettenreich und magisch erzählt, wie dieses. Eine Geschichte in zehn unterschiedlichen Stilen und Genren geschrieben, vom Märchen, über einen historischen Roman bis hin zu einer Fantasy Reise. Dieses Buch lässt sich in keine Schublade stecken. Anfangs begreift man überhaupt nicht, wie die zehn Geschichten miteinander verbunden sind, doch am Ende fügt sich alles.

Ich kann Marie verstehen. Wie oft ging es mir selbst schon so, dass ich einen Glückszustand oder Momente, in denen alles in Ordnung ist, nicht genießen konnte. Irgendwo hat sich doch mit Sicherheit ein Haken versteckt, ich muss etwas übersehen haben, warum sollte ausgerechnet ich so viel Glück haben? Ständig alles in Frage zu stellen ist nahezu wie ein Zwang, um sich selbst zu schützen. Doch geht das überhaupt? Glücklich und zufrieden wird man so eher nicht. In Jan findet Marie einen Menschen, der sie mit anderen Augen sieht. Der ihre Ängste begreift und ihr Halt gibt, den ihr Elternhaus ihr nicht vermittelt hat und der ihr in ihrem Leben fehlt. Doch selbst vor dem Moment in dem sie ihn kennenlernt, als er aus dem Paternoster auf sie fällt, weil sie ihn gerettet hat, hat sie Angst. Und dabei bemerkt sie erst gar nicht, dass auch er sie gerettet hat.

Den ganzen Roman hindurch, ist in jeder einzelnen Geschichte das Mädchen die Heldin, die Retterin und nicht die zu Rettende. Mir gefällt das Spiel der unterschiedlichen Genre sehr gut. Dadurch kommen nicht zuletzt die Charakterzüge der Hauptfiguren sehr deutlich ans Licht. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mich ganz auf den Roman einzulassen und zwischendurch musste ich das Buch für einige Wochen beiseitelegen. Nachdem ich nun die letzten Seiten gelesen habe, kann ich sagen, ich habe es nicht bereut. Das Ende ist so überraschend traurig und schön zugleich und es fügt sich alles, was vorher Rätsel aufgeworfen hat. Der Roman verdeutlicht, was Worte zu bewegen vermögen. Und wie viel Gewicht ein Wort oder ein Satz haben, uns gleichzeitig aber auch etwas Leichtes geben kann. Das Ende ist vollkommen offen, denn vielleicht ist es nicht das Ende. Und vielleicht kann man doch nicht alles trennen, teilen und spalten wie ein Atom. Immerhin gibt es auch noch so etwas wie die Atombindung. Eine Bindung, die alles fest zusammen hält und sich wie ein rotes Band durch unser Leben zieht.

Rezension zu „Nur einen Horizont entfernt“ von Lori Nelson Spielman

Ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen….gelobe Besserung!!!! Hier meine Rezension zu Lori Nelson Spielmans Roman „Nur einen Horizont entfernt“.

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„Verzeihen heißt, einen Gefangenen zu befreien und zu entdecken, dass man selbst der Gefangene war.“ Lewis B. Smedes
„Lerne, mit der Ungewissheit zu leben! Nur törichte Menschen lassen sich von falscher Sicherheit trösten“, (S. 338, Lori Nelson Spielman – Nur einen Horizont entfernt)
In ihrem Roman ‚Nur einen Horizont entfernt‘ greift Lori Nelson Spielman ein allgegenwärtiges Thema auf: Vergebung.
Hannah Farr ist TV-Moderatorin in New Orleans. Eines Tages erhält sie einen Brief ihrer alten Schulfreundin, dem zwei kleine Steine und eine Anleitung beiliegen. ‚Ein Stein symbolisiert die Last des Zorns, der andere steht für die Last der Reue. Beides kann Dir genommen werden, wenn Du bereit bist, Dich davon zu trennen‘, steht auf dem kleinen Zettel. Ein Stein soll als Zeichen der Vergebung zurück gesendet, der zweite an jemanden geschickt werden, den man selbst um Verzeihung bitten möchte. Hannah muss nicht lange überlegen um zu wissen, dass sie ihre Mutter um Verzeihung bitten würde. Aber Hannah weiß, was es bedeutet, diesen Schritt zu gehen. Sie müsste ihre gesamte Vergangenheit noch einmal aufarbeiten. Und sie ahnt, dass das ihr Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Aber mit der Wucht des Aufpralls hat sie nicht gerechnet…
Eigentlich ist Hannahs Leben gut so wie es ist. Eigentlich. Und eigentlich macht ihr Job ihr Spaß. Eigentlich. Wären da nicht Stuart und Priscille, ihre Chefs, die ihr ständig Vorträge über zu schlechte Quoten halten, aber im Gegenzug jeden ihrer Verbesserungsvorschläge ablehnen. Eigentlich kann sie sich keinen besseren Mann als Michael, den stadtbekannten Bürgermeister, an ihrer Seite vorstellen. Eigentlich. Sie wartet schon ewig auf seinen Heiratsantrag, aber es tut sich nichts. Von seiner Tochter Amy, der Kratzbürste, ganz zu schweigen. Und dann wäre da noch der Bruch zwischen ihr und ihrer Mutter samt ihrer Vergangenheit in Michigan, den sie scheinbar nie so ganz überwunden hat.
Durch die Versöhnungssteine, die ihre Freundin ihr zuschickt, gerät Hannahs Welt ordentlich ins Wanken und so manch wahres Gesicht offenbart sich ihr. Aber erst als sie sich zu sich selbst bekennt und für das einsteht, was ihr wichtig ist, wendet sich das Blatt.
Ich glaube wir alle haben irgendwie ein bisschen von Hannah in uns. Jeder schaut früher oder später auf sein Leben zurück und hinterfragt getroffene Entscheidungen. Die Autorin greift das Thema sehr schön verpackt in der Geschichte um die Versöhnungssteine auf. Sie verdeutlichen die Schritte die ein Mensch tun muss, um inneren Frieden und ein besseres Miteinander zu schaffen. Ich kann mich gut in Hannah hineinversetzen und ich denke so eine Phase durchlebt jeder von uns. Eigentlich ist alles ganz okay, bis man feststellt, dass man eigentlich etwas ganz anderes will. Aber wie soll man wissen, das man es will, wenn man es vorher gar nicht gekannt hat oder dachte, das was man hat ist das Ultimative? Der Roman hat mich sehr nachdenklich gestimmt und die vielen weisen Worte haben mir etwas mitgegeben. So auch das oben genannte Zitat  „Lerne, mit der Ungewissheit zu leben! Nur törichte Menschen lassen sich von falscher Sicherheit trösten.“
Ganz oft im Leben suchen wir nach Sicherheit und etwas das ohne Zweifel ist, Beständigkeit und etwas das uns hält. Jedoch halten wir dadurch viel zu oft an Dingen fest, die nicht richtig für uns sind oder täuschen uns somit über die unverfrorene Wahrheit hinweg. Dabei ist es ganz oft die Ausrichtung unserer Gedanken, die derselben verfahrenen Situation eine völlig neue Richtung geben können.
Verzeihen kostet Zeit. Und etwas Wertvolleres kann ein Mensch nicht geben. Warum nicht auch sich selbst Zeit geben um zu verstehen? Um zu verstehen, wer man wirklich ist. Und wohin man will. Denn jeder Weg, so lang er auch sein mag, ist es wert, gegangen zu werden. Am Ende wird alles gut. Und solange es nicht gut ist, ist es auch nicht das Ende.

Rezension zu „Das Jahr, in dem ich dich traf“ von Cecelia Ahern

Diesen Monat las ich ein für den Frühling wahnsinnig passendes Buch. Wunderschön und daher 5 Wölkchen für Cecelias Roman. Hier meine Bewertung 🙂

„Ich habe gelernt, dass wir niemals wirklich stillstehen und dass unsere Reise niemals zu Ende sein wird, denn wir entwickeln uns unablässig weiter – genau wie die Raupe, die sich, als sie dachte, alles sei vorbei, in einen Schmetterling verwandelte.“ (S. 382 aus ‚Das Jahr, in dem ich dich traf‘ von Cecelia Ahern)

Das gesamte Leben der jungen Jasmine ist hauptsächlich auf ihren Job fixiert. Sie berät Leute, die vorhaben ein eigenes Unternehmen zu gründen. Die Sache mit der Selbstständigkeit – also „selbst“ und „ständig“ – nimmt sie wortwörtlich. Der Erfolg scheint ihr zunächst Recht zu geben. Bis sie von heute auf morgen von ihrem Unternehmenspartner freigestellt wird, mit der Auflage, ein ganzes Jahr auch bei keiner Konkurrenzfirma arbeiten zu dürfen. Spätestens da merkt Jasmine, dass Erfolg nicht alles ist. Aber sie hat ja noch ihre Schwester Heather. Und dann ist da noch ihr Nachbar Matt, der alkoholabhängige Radiomoderator, dessen Familie gerade zu zerbrechen scheint. Auch Matt weiß nicht so recht, wie er aus seinem Schlamassel wieder herauskommen soll. Wie das Leben so spielt, treffen die beiden aufeinander, ausgerechnet an Silvester! Und dann beginnt ein Jahr voller Überraschungen und Veränderungen.

Für mich waren die Romane der jungen Autorin Cecelia Ahern schon immer nicht nur einfach standartmäßige Liebesromane. Gerade in „Das Jahr, in dem ich dich traf“ ist nichts so wirklich vorhersehbar, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Cecelia Ahern hat eine Art zu schreiben, die mich nicht vergessen lässt. Es war mir nahezu unmöglich, die Charaktere mit der letzten Seite einfach so ziehen zu lassen.

Die Erzählperspektive hat mich im ersten Moment etwas irritiert. Zwar wird die Geschichte aus der Sicht von Jasmine erzählt, allerdings spricht sie ihren Nachbarn Matt indirekt direkt an, z.B. „Ich bin keine Stalkerin, aber Sie machen es mir echt schwer, Sie nicht zu beobachten“ (S. 29). Des Weiteren ist der Sprachstil oftmals „floral“ gehalten, da Jasmine sich das Gärtnern zum Hobby gemacht hat. Es ist schön zu lesen, wie sie gleichzeitig mit ihrem Garten aufblüht und alles wächst und gedeiht. Daraus kann sie sehr viel für sich und ihre persönliche Situation ziehen. Generell sind die Orte und die Begegnungen mit Menschen sehr überlegt, bunt und detailliert umschrieben und zwischen den Zeilen findet sich oftmals eine kleine Lebensweisheit. In die Hauptfiguren kann man sich sehr gut hineinversetzen und sich mit dem ein oder anderen Charakterzug identifizieren.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und Cecelia Ahern hat es wie gewohnt geschafft, mich voll und ganz in ihre Geschichte zu ziehen. Wie bereits erwähnt fiel es mir wirklich etwas schwer, Jasmine, Matt, Heather, Monday und den lieben Dr. J. mit den letzten Seiten einfach so gehen zu lassen. Schade, dass es schon vorbei ist. 😉 Die Autorin ist die Lesestunden immer wieder wert. Ich bin verzaubert und fasziniert. Unbedingte Empfehlung passend zum Frühling!!!